Vorteile – Darum besucht mein Kind eine Freie demokratische Schule.

Diese 15 Vorteile hat eine freie demokratische Schule im Vergleich mit der staatlichen Schule. 

In meinem letzten Artikel (Hier) gehe ich darauf ein, welches, aus meiner Sicht, die Vorteile der staatlichen Schule sind. Denn natürlich hat jede Schule ihre Vor- und Nachteile und keine Schule ist perfekt – das ist schlicht unmöglich. Eine Schule muss den Spagat zwischen rechtlichen Vorgaben, eigenen Prinzipien und den Vorstellungen der Schüler und Eltern schaffen. Dass das nie alle zu hundert Prozent zufriedenstellen kann, liegt auf der Hand. Auch in „unserer“ Schule ist nicht alles perfekt, ebenso wie in der staatlichen Schule. Trotzdem: Eine Freie demokratische Schule hat meiner Meinung nach ganz entscheidende Vorteile im Gegensatz zu den staatlichen Schulen.

Eines ist jedoch wichtig: Wenn du dein Kind auf eine Freie demokratische Schule schicken möchtest, musst du die Fähigkeit haben, in dein Kind zu vertrauen und die Geduld aufbringen, es in seinem Tempo lernen zu lassen. Ohne diese zwei wichtigen Voraussetzungen kann es nicht gelingen..

1. Recht auf eigenes Entwicklungs- und Lerntempo

Jedes Kind hat eine Phase, in der es von etwas besonders fasziniert ist: einmal sind es zum Beispiel Mengenverhältnisse und Zahlen, dann die Welt der Buchstaben mit Geschichten und Liedtexten, ein andermal vielleicht Pflanzen und Tiere. Die Lehrnbegleiter achten bei jedem Kind darauf, dass es zu der Zeit, da es in eine solche „sensible Phase“ eintritt, alles zur Verfügung hat, um diese sich ihm auftuende Welt selbstbestimmt und selbständig zu erforschen. Lernen kann zu diesen Zeiten sehr schnell und auch sehr freudvoll geschehen. Die Kinder verbringen deshalb Ihre Tage in der Schule in selbstgewählten Aktivitäten und auch in selbstgewählter Sozialform: alleine, mit einer Freundin oder einem Freund oder in Kleingruppen.

Regelmässig wird von den Lehrbegleitern ein Angebot für die gesamte Gruppe gemacht, an welchem das Kind teilnehmen kann. Nimmt es teil, hält es sich an die Regeln der Aktivität und der Gruppe. Nimmt es nicht teil, darf es ruhig an einer eigenen Arbeit weitermachen. Diese Struktur fördert bei den Kindern neben den intellektuellen Fähigkeiten auch die Selbst- und die Sozialkompetenz: die Fähigkeit selbstverantwortlich Entscheidungen zu treffen, Selbstorganisation und Rücksichtsnahme.

Um diesem Prinzip auch zeitlich den nötigen Raum zu geben, ist „unsere Schule“ nicht auf 2 Kindergarten- und 9 Schuljahre fixiert, sondern soll neben der Familie eine Lebens- und Lerngemeinschaft sein, die die Jugendlichen dann ins Leben nach der Schule entlässt, wenn sie dafür bereit sind. Nach den ersten Erfahrungen ihrer eigenen abgegangenen Oberstufenschüler und vor allem nach den Erfahrungen von jahrzehntealten Schulen wie zum Beispiel der „Villa Monte“ kann das mit 16, 17 oder 18 Jahren der Fall sein.

Der Schulstart an einer freien demokratischen Schule gestaltet sich ebenfalls im individuellen Tempo des Kindes. Es ist ein sanfterer Übergang vom Kindergarten in die Schule. Manche Kinder brauchen am Anfang ihre Eltern bei sich, was hier kein Problem ist – selbst dann nicht, wenn sich diese Phase über mehrere Wochen hinzieht. Es ist nicht so wie in der staatlichen Schule, wo in der 1. Klasse der „Ernst des Lebens“ beginnt. Stattdessen geht es fast nahtlos so weiter wie im Kindergarten, nämlich mit viel Zeit zum Spielen.

tape12. Kein Leistungsdruck

Aus der Neurologie weiss mann, dass effizienter gelernt wird, wenn ein Lerninhalt mit Emotionen verknüpft ist. Im Idealfall also mit Freude und Begeisterung. Dieser Zustand ist in der Freien demokratischen Schule fast immer gegeben, weil die Kinder nicht „gezwungen“ werden sich heute mit Thema xy zu beschäftigen. Sie können das tun, wofür sie gerade „brennen“. Ein umfangreiches Experimentier- und Lernangebot um Neues zu entdecken ermöglicht, dass der eigenen Entdeckungsfreude selbsttätig nachgegangen werden kann. Leistungsdruck wie er aus der staatlichen Schule oft beschrieben wird, kennen wir nicht. Es gibt keine Klausuren oder Schulnoten. Die Erfahrung zeigt, dass Schulabgänger aus freien Schulen später im Leben trotzdem gut in der Lage sind, Prüfungen zu absolvieren und dem Leistungsdruck Stand zu halten.

3. Erhaltung der natürlichen Freude am Lernen

Jedes Kind braucht das Gefühl von Verbundenheit mit anderen Menschen. Gleichzeitig will es aber auch in seiner Individualität gesehen werden und autonom sein. Wird ein Kind jedoch belehrt von uns Erwachsenen, werden diese zwei Grundbedürfnisse nach Verbundenheit und Autonomie verletzt. So verliert es seine natürliche Lust am Entdecken und Lernen, weil es immer wieder die Rückmeldung erhält: „Du bist nicht gut so wie du bist.“ Laut Prof. Dr. Gerald Hüther wird das Kind auf diese Weise durch uns Erwachsene zum Objekt gemacht. Es kann darauf auf zwei Arten reagieren. Entweder es macht es unserem Vorbild nach und macht den Erwachsenen ebenfalls zum Objekt in dem es sagt: „Dummer Lehrer oder dumme Mama“, oder aber es macht sich selber zum Objekt und beginnt von sich zu denken, dass es wohl wirklich zu dumm für Mathematik ist. So oder so schwindet der kindliche Zugang zu sich selber, der eigenen Freude am Entdecken und Lernen.

Alles was unter Druck, gegen den Willen oder gar aus Angst (vor schlechten Noten, Auslachen der Anderen, Angst vor Konsequenzen ect.) gelernt werden soll, wird entweder nicht nachhaltig gelernt oder dann aber gekoppelt an das negative Gefühl: „Mathe ist blöd und nichts für mich“, was die Freude am Fach Mathematik verdirbt. Und dies, obwohl Mathe vielleicht ein Jahr später super spannend wäre, weil das Kind dann erst innerlich dazu bereit ist. Bis dahin ist aber der Glaubenssatz „Mathe ist nicht mein Ding“ vielleicht schon tief im Unterbewusstsein verankert.

Es braucht eine Umgebung die dem Kind signalisiert: „Du bist wertvoll und gut so wie du bist. Du wirst von uns gesehen und du darfst deinen eigenen Interessen folgen.“

Svea Wolkenfrei

Genau diesen Weg verfolgt die freie demokratische Schule und ermöglicht es meinem Sohn so, seine natürliche Neugier und Freude am Lernen zu erhalten. Laut Hüther, die wichtigste Fähigkeit um im heutigen Zeitälter der Digitalisierung bestehen zu können. In einem Zeitalter, wo zunehmend Maschinen und Computer unsere Arbeit übernehmen. Wer hätte vor fünf Jahren gedacht, dass es heute bereits selbstfahrende Autos gibt? In Zukunft werden also Menschen gebraucht, welche etwas können, dass Computer nicht können. Es braucht motivierte Menschen, die fähig sind, kreative Lösungen für die Erfüllung menschlicher Probleme und Bedürfnisse zu finden.

tape24. Selbstwertgefühl – Fokussierung auf die Stärken statt auf die Schwächen

Dank konsequenter Individualisierung können sich die Kinder in diejenigen Gebiete vertiefen, in denen sie überdurchschnittliche Begabungen und/oder überdurchschnittliches Interesse haben. So kann ein Kind jeweils seinem Niveau entsprechend begleitet werden und spezielle Begabungen auch entfalten.

Erfolge stärken das Selbstwertgefühl. Die Kinder werden nicht mit Gleichaltrigen verglichen, die besser ausschneiden, zeichnen oder rechnen können. Sie machen das, was sie interessiert. Dabei wird es genauso wertgeschätzt, wenn man besonders hoch auf einen Baum klettern kann, wie wenn man das Kleine Einmaleins der Mathematik beherrscht. Dadurch ist das Kind auf alle seine Fähigkeiten stolz und definiert sich nicht nur über das Können in den klassischen Schulfächern.

Eine Durchschnittlichkeit wie wir sie von der staatlichen Schule kennen, wird hier nicht angestrebt. Dort wird viel Zeit aufgewendet, um in den Fächern wo das Kind Mühe hat, doch noch auf eine genügende Note zu kommen. (Nachhilfe, Hausaufgaben, spezielle Förderung usw.) Dies wohl meist mit dem Nebeneffekt, dass das Kind sich darüber klar wird, dass es in diesem Fach nicht gut ist und bei dieser Überzeugung bleibt.

In der freie demokratische Schule hingegen kann das Kind seine Zeit da investieren wo es am meisten Interesse hat und in diesem Bereich zum echten Profi werden. Ich erachte es als wahrscheinlicher, dass ein Kind seine Berufswahl in eine Richtung wählen wird, wo seine grossen Interessen und Stärken liegen, weshalb diese Gewichtung für mich mehr Sinn macht. Muss es später ein Schulfach beherrschen als Bedingung, um in die gewünschte berufliche Richtung gehen zu können, kann der Schulstoff jederzeit nachgeholt werden. Dann aber mit Eigenmotivation, weil der konkrete Sinn des Lernens (Bedingung für das Weiterkommen auf dem persönlichen Weg) gegeben ist.

5. Die Kinder dürfen den ganzen Tag lang spielen.

Das Spiel ist die höchste Form der Forschung.

Albert Einstein

Kinder erfahren die Welt im Spiel und sammeln dabei unendlich viele Erkenntnisse. Sie müssen beispielsweise Probleme lösen. Im Verlauf des Spiels werden verschiedene Strategien ausprobiert. Erfolgreiche Strategien zur Lösung des Problems können in einem nächsten Spieldurchgang auf ihre Güte hin geprüft und verfeinert werden. Sowohl das Problem als auch die Lösung im Spiel kann aus der Spielwirklichkeit in die reale Welt – und zurück – transferiert werden. Unabhängig vom Ausgang des Spiels machen die Spielenden Erkenntnisse über sich selbst. Das Spiel bietet die Möglichkeit des Ausprobierens und damit an sich neue Fertigkeiten und Fähigkeiten zu entdecken. Es ermöglicht ebenfalls ein anderes Ich anzunehmen und somit in der Sphäre des Spiels Erfahrungen mit einer anderen Rolle – die womöglich in der realen Welt nicht eingenommen werden kann – zu machen.

Die im Laufe der kindlichen Entwicklung auftretenden Spielformen wie Funktions-, Konstruktions-, Symbol-, Rollen und Regelspiel zeigen die vielfältigen Zugangsweisen zur Erlangung von Sach-, Selbst- und Welterkenntnis auf.

Über die Wichtigkeit des Spielens hat der deutsche Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther gleich ein ganzes Buch geschrieben. In “Rettet das Spiel!” plädiert er gemeinsam mit Philosoph Christoph Quarch dafür, das Spiel wieder ganz bewusst in den Alltag einzubinden.

Auch André Stern setzt in seinem Buch: „Spielen, um zu fühlen, zu lernen und zu leben“ statt auf Leistungsoptimierung und Konkurrenzdenken, auf die individuelle Entwicklung und das eigene Tempo des Kindes.

Empirische Befunde verweisen auf die Wichtigkeit des Spiels für die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung von Kindern.

Viele Kinder haben ein riesiges Bewegungsbedürfnis. Dem wird in der freien demokratischen Schule Rechnung getragen und sie verbringen einen Grossteil ihrer Schulzeit draussen in Bewegung.

tape46. Keine Hausaufgaben

Was soll man dazu noch sagen? Es gibt zwar offenbar Eltern die Hausaufgaben gut finden, weil sie ihnen eine (vermeintliche) Sicherheit geben, wo ihr Kind in der Schule steht. Meiner Meinung nach sind Hausaufgaben unnötiger Stress der von der Schule auf das Elternhaus abgewälzt wird. Ich höre so oft, dass Hausaufgaben ein Dauerstreitpunkt zwischen Eltern und ihren Kindern sind. Das empfinde ich als total überflüssig und ich bin überzeugt, dass Kinder auch ohne Hausaufgaben lernen selbstverantwortlich etwas zu erledigen, oder ihre Zeit einzuteilen. Genau so, wie sie auch alles andere selber ohne Druck lernen. Dann nämlich, wenn es für sie relevant ist, diese Fähigkeit zu können.

7. Schulzeiten

Schulbeginn in unserer Schule ist um 9.00 Uhr mit Einlaufszeit. Dies kommt unserem Biorhythmus im Vergleich zu den Schulzeiten der staatlichen Schule sehr entgegen. Es gibt sogar freie Schulen, wo es keinen offiziellen Schulbeginn gibt, sondern z.B. nur 25h Anwesenheitspflicht pro Woche. Das kann dann zum Beispiel auch täglich von 12 bis 17 Uhr sein…

8. Altersgemischte Gruppe

Spannend finde ich die Tatsache, dass durch die altersgemischte Gruppe, die Kinder auch Freundschaften mit älteren oder jüngeren Kindern schliessen. Die Jüngeren profitieren vom Wissen der Älteren, aber auch andersherum ist so eine Beziehung bereichernd. Man kann Rücksichtsnahme üben oder sich wertvoll fühlen, weil man Jemandem etwas zeigen, oder ihm helfen konnte.

9. Weniger destruktive Vergleiche

Dass sich die Kinder untereinander vergleichen, kann wohl auch in einer freien demokratischen Schule nicht vermieden werden. Es wird jedoch deutlich weniger so vorgelebt. Weil es keine Benotung gibt und weil beispielsweise nicht alle Kinder die selben Bilder malen müssen, welche dann nebeneinander aufgehängt werden.

Destruktive Vergleiche zwischen den Kindern führen oftmals zu einer negativen Selbstbewertung. „Ich kann nicht so gut rechnen wie die anderen Kinder in meiner Klasse, also ist Rechnen wohl nicht so mein Ding“. So verliert das Kind die Freude an dem Fach und es wird immer schwerer, diese wieder zu erwecken und Erfolge zu erleben. In einer altersgemischten Gruppe ist es selbstverständlich, dass Alle irgendwo anders in ihrer Entwicklung und in ihrem Lernen stehen. So kann das Kind sich dann erst beispielsweise mit der Mathematik auseinandersetzen, wenn es innerlich dazu bereit ist. Dies ist dann vielleicht zwei Jahre später, als es in der Staatsschule hätte gelernt werden müssen. Dann kann es aber mit Freude und Interesse geschehen und die Lerninhalte können oft in viel kürzerer Zeit verinnerlicht werden.

10. Kreativität und Praktisches Tun

In der heutigen Zeit, wo reines Wissen praktisch überall mit einem Mausklick abrufbar wird, verliert das Auswendiglernen zunehmend an Bedeutung, zumal solch starres Wissen nicht bedeutet, etwas auch wirklich verstanden zu haben.

Wer in einem Gebiet Überdurchschnittliches leistet, setzt drei Arten von Intelligenz ein: Die analytische Intelligenz {schulische Intelligenz) dient dazu, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und zu speichern. Die kreative Intelligenz hilft, bestehende Dinge in neuer Form zusammenzuführen und etwas Neues zu entwickeln. Mit der praktischen Intelligenz werden Ideen in die Praxis umgesetzt: es muss herausgefunden werden, was wie möglich ist, welche Ressourcen vorhanden sind und wie sie in Anspruch genommen werden können. Aus diesem Wissen heraus wird auch der kreativen und praktischen Intelligenz der Kinder bewusst viel Raum gegeben: durch den kreativen Umgang mit Materialien, durch die Möglichkeit zu eigenen Experimenten, durch Theaterimprovisation, Musik und Bewegung oder in der Vertiefung ins eigene Spiel.

Das auf diese vielfältigste Weise, sich selbst erarbeitete Wissen, ist nachhaltig im Gehirn gespeichert. Es wurde erforscht, entdeckt, begriffen und schlussendlich wahrhaftig verstanden.

tape511. Verschiedene Lernbegleiter

Nicht Jeder kann gleich gut mit Jedem. Täglich stehen den Kindern verschiedene Ansprechpersonen zur Auswahl. Die Lernbegleiter stehen den Kindern immer dann zur Verfügung, wenn sie Hilfe brauchen oder Fragen haben. Die Kinder werden zudem aus ganz verschiedenen Perspektiven von den Lernbegleitern erfasst, so dass sich schlussendlich ein viel genaueres Bild des Kindes ergibt, als wenn nur eine Person das Kind sieht.

12. Entwicklung von Sozialkompetenz.

Schulnoten steigern den Konkurrenzkampf zwischen den Schülern. Man will besser sein als die Anderen und eine 5 ist oft noch nicht gut genug. In unserer Schule fällt dieser Konkurrenzgedanke weitgehend weg. Klausuren und Noten gibt es nicht. Eine Leistung muss primär den eigenen Ansprüchen genügen. Teamarbeit wird auf ganz natürliche Art gefördert, weil es oft gemeinsam „einfach besser geht“. Man darf sich Hilfe holen von älteren Kindern oder von Jemandem der „es“ bereits kann. Es finden viele gemeinsame Projekte statt, bei denen Jeder seine spezielle Begabung einbringen kann. Die so erlernte Teamfähigkeit ist eine wichtige Voraussetzung um im Arbeitsmarkt bestehen zu können.

13. Selbstverantwortliche Entscheidungen treffen

Selbstverwirklichung ist in unserer westlichen Welt ein wichtiges Ziel. Sich selber optimieren, seinen eigenen Weg finden, endlich anfangen, glücklich zu werden und sein eigenes Leben zu leben, stehen hoch im Kurs. Doch wo wird uns der Raum gelassen, diesen Weg zu finden?

Bildung ist von außen durchstrukturiert. Die Schüler gehen bis 16 Uhr in die Schule und müssen danach noch Hausaufgaben machen. Die einzige Selbstverwirklichung besteht darin, ob ich mein Referat über Mozart oder Bach halte. So bleibt es bei einem hohen Anspruch der Selbstverwirklichung, der im Alltag eher zu Frustration führt, weil er gar nicht verfolgt werden kann.

Die Kinder in der freien Schule erhalten täglich die Gelegenheit, wirklich selbstverantwortliche Entscheidungen zu treffen. Möchte ich hier dabei sein und kann dafür mein angefangenes Spiel nicht beenden? Ist es mir das wert oder nicht? Sie treffen Fehlentscheidungen und lernen daraus. Sie sind alleine verantwortlich für ihre Entscheidungen, so dass sie später genau wissen, was sie wollen.

14. Keine starren Regeln

Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. Auch in einer freien deomkratischen Schule gibt es selbstverständlich Regeln die den Ablauf, die Sicherheit und das Zusammenleben regeln. Es gibt beispielsweise Regeln, dass man sorgfältig mit den Materialien umgeht, dass man sein Wort hält und dass man in der ehemaligen Heubühne nicht auf die hohen Dachbalken klettern darf, weil es zu gefährlich ist. Wer sich nicht daran hält, darf drei Tage lang nicht mehr in den Dachstock gehen.

Es ist jedoch nichts in Stein gemeisselt. An der Schulversammlung werden Regeln besprochen, neu geschaffen oder geändert. Jeder hat ein demokratisches Mitsprache- und Mitentscheidungsrecht.

15. Demokratische Schulversammlung

Es findet regelmässig eine Schulversammlung statt, in der Wünsche, Anliegen und Ideen besprochen, ausgetauscht und wo nötig Beschlüsse gefasst werden. Dabei kann es um die Gestaltung des gemeinsamen Raumes, Ideen für Projekte und Ausflüge aber auch Regeln für das tägliche Zusammenleben gehen. Jeweils ein Kind ist für die Leitung und für das Protokoll dieser Schulversammlung zuständig. Die Kinder üben sich im Mitteilen und Verhandeln und erfahren dabei, dass sie auf ihre Umwelt Einfluss nehmen können.

unterschrift_svea_wolkenfrei

Hat dir dieser Text gefallen? Abonniere meinen Blog um alle meine Artikel per Mail zu erhalten. Du kannst mir auch auf Facebook oder Pinterest folgen. Like, kommentiere und teile gerne meine Artikel, du verhilfst mir somit zu mehr Sichtbarkeit. Vielen Dank!

pinterest_vorteile
Merke dir den Artikel (hier) auf Pinterest

Quellenangaben:

Bündner Schulblatt, Ausgabe: Februar 2018, https://edudoc.ch/record/132066/files/BS1_FEB_2018.pdf

http://blog.schoolsoftrust.com/selbstverwirklichung-freie-schule/

 

Published by

2 thoughts on “Vorteile – Darum besucht mein Kind eine Freie demokratische Schule.

  1. Hallo Svea, ich lese alle deine Beiträge. Ich finde sie immer spannend, interessant und lehrreich von dir über die freie Schule zu lesen. Diese und ähnliche Schulen halte ich für das was wir schon heute dringend benötigen und erst recht in der Zukunft. Lieber Gruss. H. Aebischer

  2. Hallo….ein sehr schöner Artikel. Unser Sohn wird im August auf einer freien demokratischen Schule eingeschult und wir freuen uns sehr darauf. Nun bin ich zufällig auf deinen Blog gestossen und werde mal etwas stöbern. LG

Kommentar verfassen