Spinnenphobie – Mein Baby wird von einer Spinne bedroht!

Eine höchst spannende Geschichte darüber, wie ich mein Baby erfolgreich aus einem Zustand höchster Gefahr rettete! Und wie ich dabei ganz nebenbei meinem Sohn eine Lektion fürs Leben beibrachte. (Inklusive 10-Punkte-Masterplan zum adaptieren.)

Oh Gott, Oh Gott, Oh Gott! An der Wand über dem Kopf meines friedlich schlafenden Babys sitzt eine riesige Spinne! Nicht irgend eine Spinne, sondern eine grosse Winkelspinne. Die allerschlimmste in der Schweiz vorkommende Spinne die ich kenne! Ich habe Gänsehaut am ganzen Körper und erstarre für einen Moment! Es ist 03.15 Uhr und mein Mann ist noch nicht zu Hause von der Arbeit. Ich muss die drohende Gefahr also selbst abwenden!

Mein Verstand sagt mir: „Svea, das ist eine Spinne. Ein Insekt. Wie eine Fliege oder ein Käfer. Sie tut dir nichts. Sie tut auch deinem Baby nichts. Sie hat vermutlich vor dir mehr Angst als du vor ihr. Solange sie still da sitzt, wo sie jetzt ist, ist alles in Ordnung. Keine Panik. Du schaffst das!“

Mein sympathisches Nervensystem arbeitet auf Hochtouren und alles in meinem Körper schreit: „Oh Gott! Panik! Die Spinne ist der blanke Horror! Sie wird über mein Baby krabbeln! Oder sie wird sich unter dem Bett verstecken und dort darauf warten, mir währenddem ich schlafe übers Gesicht zu krabbeln! Wenn ich sie versuche einzufangen, wird sie mich anspringen und an meinem Körper kleben!“

Was tue ich also?

Spinnenphobie-Spinne

Der 10-Punkte Masterplan:

1. Massnahme: Ich renne in die Küche und hole ein möglichst grosses Glas und schnappe mir auf die Schnelle ein dickes Couvert, um daraufhin wieder zurück ins Schlafzimmer zu sprinten in der Hoffnung, dass die Spinne noch am selben Ort sitzt wie zuvor. (Was sie glücklicherweise tut!)

2. Massnahme: Ich rufe meinen Mann an. „Wann bist du zu Hause?“ Es besteht noch die leise Hoffnung, dass er sowieso in 5 Minuten zu Hause ist und ich bis dahin lediglich die Ortung der Spinne übernehmen muss, ohne mich ihr zu nähern. „In dreissig Minuten“ lautet die Antwort meines Mannes. Noch während dem Telefongespräch beginnt sich die Spinne zu bewegen. Sie krabbelt Richtung Bett!

3. Massnahme: Baby in Sicherheit bringen! Ich nehme meine schlafende Tochter und lege sie zwei Meter weiter rüber zu ihren schlafenden Brüdern. Familienbett sei Dank. Die Spinne hält sich wieder still an der Wand.

4. Massnahme: Spinne mit der Handytaschenlampe anleuchten. Bringt nichts. Sie ist immer noch da und sieht bei grellem Licht sogar noch viel furchteinflössender aus, als im Halbdunkeln.

5. Massnahme: Foto mit Blitz machen! Als Beweis für meinen Mann. „Schau, SOOOO eine grosse Spinne sass da! Direkt über dem Bett! Horror!“

6. Massnahme: Mut zusprechen: „Du schaffst das. Es gibt keine andere Lösung. Du MUSST sie jetzt selber wegnehmen. Nimm das Glas und fang sie ein!“ Ich wäge ab. Einfangen oder Zerquetschen? Ich bin kein Fan davon, ein Tier zu töten. Ich lebe vegetarisch und habe einige Jahre sogar ganz vegan gelebt. Aber diese Spinnenart erregt in mir einen derartigen Ekel, dass ein Tötungsmanöver dennoch in Betracht gezogen wird. Ich entscheide mich fürs Einfangen.

7. Massnahme: Gutes Vorbild für meinen Sohn (6 Jahre alt) sein. Er ist nämlich aufgewacht wegen all der Hektik. Ich nutze die Gelegenheit für eine Lektion fürs Leben: „Schau, manchmal muss man sich seinen Ängsten stellen.“ Mein Sohn ist süss: „Mama, wenn du die Spinne eingefangen hast, darfst du dir etwas von meinen Süssigkeiten als Belohnung nehmen.“

8. Massnahme: T U – E S!  J-E-T-Z-T ! Ich stülpe das Glas über die Spinne und atme aus. Geschafft! Die Spinne hält sich regungslos. Nochmals kurz Mut sammeln um das Couvert unter das Glas zu schieben. Kurz kommt mir der Gedanke, dass die Spinne genau in dem Moment indem ich das Glas einen Millimeter anhebe um das Couvert unterzuschieben, irgendwie entkommt und ich somit der Spinne extrem nahe wäre. Oder, dass sie gar runterfallen könnte und sich blitzschnell irgendwo im Bett verkriecht. Aber ich wage es! Schliesslich beobachtet mich mein Sohn. Ich schiebe das Couvert also vorsichtig in Richtung Spinne und als ich damit ihr Bein berühre, krabbelt sie direkt ins Glas hinein. Was heisst krabbelt? Sie flitzt! „Mann ist die schnell.“ Ekelwellen durchströmen meinen Körper und alle Haare stellen sich mir auf. Die Spinne rennt quasi in meine Hand. Zum Glück ist da noch die Glaswand dazwischen! Geschafft. Ich kippe das Glas und stelle fest, dass die Glasinnenfläche zu glatt ist, so dass die Spinne nicht daran raufklettern und entkommen kann.

9. Massnahme: Spinne im Glas auf den Tisch stellen und mit einem schweren Buch beschweren. Ich warte auf meinen Mann. Er soll sie bei der nächtlichen Gassirunde mit dem Hund am Waldrand frei lassen. Etwa jede Minute kontrolliere ich, ob die Spinne nicht doch entkommen ist.

10. Massnahme: Alle Fenster in der ganzen Wohnung schliessen. Nicht dass noch mehr Tiere reinkommen. Ich will auch garnicht wissen, woher diese Spinne kam. Wohnte sie schon nächtelang unter unserem Bett und kam jeden Abend hervor? Beim blossen Gedanken daran, überkommt mich ein leichter Anflug von Panik. Ich schalte mühsam den Verstand wieder ein. „Alles ist gut. Die Spinne ist eingefangen. Sie tut niemandem etwas. Beruhige dich.“ Das klappt auch, bis mein Sohn mich fragt, ob es nicht total fies sei, die Spinne in den Wald zu bringen, weil es doch sein könnte, dass sie hier irgendwo Babys hat, welche nun ohne ihre Mutter sterben müssten. Spinnenbabys? In unserer Wohnung? Mein Kopfkino nimmt seinen Lauf…

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Mein persönlicher Horror! Eine riiiiiesige, eklige Spinne!
picture taken by Kurt Kulac , Tegenaria atrica male01CC BY-SA 3.0 

Kennt ihr solche Situationen? Habt ihr auch solche Angst vor Spinnen? Was tut ihr, wenn ihr eine Spinne im Schlafzimmer habt? Unternehmt ihr etwas gegen eure Spinnenphobie, oder lebt ihr einfach damit?

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2 thoughts on “Spinnenphobie – Mein Baby wird von einer Spinne bedroht!

    1. Hallo Matthias. Ups, dein Kommentar ist fälschlicherweise im Spam-Ordner gelandet. Was mein Mann gesagt hat? Der nimmt das easy, hat die Spinne am Waldrand freigelassen und ist voller Verständnis für seine panische Ehefrau – zum Glück! 🙂

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