„Unsere“ freie Schule im Portrait.

Es gibt verschiedene freie Schulen. Frei steht dabei nicht zwingend dafür, dass dort auch frei gelernt werden darf. Zwischen einer freien Katholischen Schule mit Frontalunterricht und einer freien Alternativschule die das Freilernen so gut es geht ermöglicht, liegen Welten! Wie es in „unserer“ Schule konkret läuft, interessiert mein Umfeld natürlich brennend. Wollen doch alle wissen, ob unsere Kinder später im Leben überhaupt noch eine Chance haben werden, oder ob durch unsere Schulwahl bereits Hopfen und Malz verloren ist… Hier findest du deshalb einige mir wichtig erscheinende Aspekte aus dem Schulkonzept und du erfährst, was die Kinder denn so tun, wenn sie nicht „lernen müssen“. 

 

Die Bezeichung welche für „unsere“ Schule wohl am ehesten zutrifft, lautet: freie Alternativschule.

Eine Alternativschule ist eine Schule die im Gegensatz zur staatlichen Regelschule ein alternatives pädagogisches Konzept hat und das Lernen anders als üblich organisieren will.

de.wikipedia.org

Frei, weil sie einerseits in freier Trägerschaft steht und somit nicht staatlich finanziert ist. Frei aber auch deshalb, weil das Freilernen so gut es geht ermöglicht wird.

 

Aber was konkret passiert denn jetzt da in dieser freien Schule?

Wer sich zum ersten Mal mit dieser Frage befasst, kann sich darunter womöglich nicht viel vorstellen. Man kennt das Schulsystem, in dass man selber gegangen ist. Dann gibts da noch die Rudolf Steiner Schule, die doch den meisten zumindest noch ein Begriff ist. Aber eine freie Schule…?

Ein Kind malte ein aussagekräftiges Bild dazu. Das Schulhaus, links davon glückliche Kinder und rechts der Parkplatz mit dem Fahrrad, weil man in dieser Schule den ganzen Tag Fahrradfahren darf – wenn man will.

Trotzdem gibt es natürlich Regeln an die man sich halten muss, aber dazu später.

Wichtige Aspekte:

547C941B-A42B-4D39-A30D-3977FA5130EAErhaltung der Entdeckerfreude

Ein sehr zentraler Punkt ist der Wille, die Freude am Entdecken zu erhalten.

Zum Zeitpunkt der Einschulung steht jedes Kind an einem anderen Entwicklungspunkt. „Unsere“ freie Schule will dem Kind ermöglichen, seinen Weg durch die Schulzeit selbstbestimmt, initiativ, lustvoll, neugierig und nach seinem eigenen inneren Zeitplan gehen zu können. Sie begleitet das Kind und sein Lernen und unterstützt das Aneignen von Können und Wissen auf der Basis des Grundsatzes, dass die Auswahl der Lerninhalte freiwillig ist.

C02D0B5D-349E-4B3E-99EE-0142DD1F3BFDKeinen Frontalunterricht

Es gibt keinen Frontalunterricht, wie wir ihn von der normalen Schule kennen, sondern jedes Kind entscheidet selber, was es heute tun wird. Es sind Erwachsene Lehr- und Betreuungspersonen anwesend, welche den Kindern zur Verfügung stehen, wenn sie Hilfe brauchen oder Fragen haben.

4C4E4843-23D3-44A2-9B76-14161AB5170B

Umfeld

Die Schule befindet sich auf einem riesigen Areal mit viel Umschwung. Es hat Platz zum Fahrradfahren, Spielen, Werken, Toben, aber auch um sich zurückzuziehen, sich zu konzentrieren, jemanden zu beobachten oder sich zu langweilen. (Langeweile ist wichtig, um kreativ werden zu können) Kurz: Es bietet sich ein sehr vielfältiges Umfeld, das die Kinder anregt, verschiedenes auszuprobieren und sich dort zu vertiefen, wo die eigenen Interessen liegen. Natürlich sind auch alle gängigen Schulmaterialien und Bücher vorhanden, aber die meiste Zeit wird schlicht und einfach gespielt. „Gespielt, und das während der ganzen Schulzeit?“ mögen sich einige jetzt fragen.

70F27646-D87D-4959-8F79-C6E1509E0698Das Spielen

Das Spiel ist die höchste Form der Forschung.

Albert Einstein

Über die Wichtigkeit des Spielens hat der deutsche Hirnforscher Gerald Hüther gleich ein ganzes Buch geschrieben. In “Rettet das Spiel!” plädiert er gemeinsam mit Philosoph Christoph Quarch dafür, das Spiel wieder ganz bewusst in den Alltag einzubinden.

Auch André Stern setzt in seinem Buch: „Spielen, um zu fühlen, zu lernen und zu leben“ statt auf Leistungsoptimierung und Konkurrenzdenken, auf die individuelle Entwicklung und das eigene Tempo des Kindes.

Das Spiel ist für das Kind die direkte Art, sich mit dem Alltag, mit sich und mit der Welt zu verbinden. Für Kinder ist das freie Spiel ein Bedürfnis. Eine Veranlagung, ein Hang, oft ein Drang. Es ist für das Kind eine tiefe Erfüllung.

André Stern

Ich werde bestimmt noch einen Artikel über das Spielen schreiben. Wer sich aber vorher schon darüber schlau machen will, findet im Internet diverse Interviews und Filme mit Gerald Hüther oder André Stern. Eines von vielen zum Beispiel hier.

C02D0B5D-349E-4B3E-99EE-0142DD1F3BFDRecht auf eigenes Entwicklungs- und Lerntempo

Jedes Kind hat eine Phase, in der es von etwas besonders fasziniert ist: einmal sind es zum Beispiel Mengenverhältnisse und Zahlen, dann die Welt der Buchstaben mit Geschichten und Liedtexten, ein andermal vielleicht Pflanzen und Tiere. Die Lehr- und Betreuungspersonen achten bei jedem Kind darauf, dass es zu der Zeit, da es in eine solche „sensible Phase“ eintritt, alles zur Verfügung hat, um diese sich ihm auftuende Welt selbstbestimmt und selbständig zu erforschen. Lernen kann zu diesen Zeiten sehr schnell und auch sehr freudvoll geschehen. Die Kinder verbringen deshalb Ihre Tage in der Schule in selbstgewählten Aktivitäten und auch in selbstgewählter Sozialform: alleine, mit einer Freundin oder einem Freund oder in Kleingruppen.

Regelmässig wird von der Lehrperson ein Angebot für die gesamte Gruppe gemacht, an welchem das Kind teilnehmen kann. Nimmt es teil, hält es sich an die Regeln der Aktivität und der Gruppe. Nimmt es nicht teil, darf es ruhig an einer eigenen Arbeit weitermachen. Diese Struktur fördert bei den Kindern neben den intellektuellen Fähigkeiten auch die Selbst- und die Sozialkompetenz: die Fähigkeit selbstverantwortlich Entscheidungen zu treffen, Selbstorganisation und Rücksichtsnahme.

70F27646-D87D-4959-8F79-C6E1509E0698Schuljahre

Um diesem Prinzip auch zeitlich den nötigen Raum zu geben, ist „unsere Schule“ nicht auf 2 Kindergarten- und 9 Schuljahre fixiert, sondern soll neben der Familie eine Lebens- und Lerngemeinschaft sein, die die Jugendlichen dann ins Leben nach der Schule entlässt, wenn sie dafür bereit sind. Nach den ersten Erfahrungen ihrer eigenen abgegangenen Oberstufenschüler und vor allem nach den Erfahrungen von jahrzehntealten Schulen wie zum Beispiel der „Villa Monte“ kann das mit 16, 17 oder 18 Jahren der Fall sein.

4C4E4843-23D3-44A2-9B76-14161AB5170BBegabungen und Stärken 

Dank konsequenter Individualisierung können sich Kinder in diejenigen Gebiete vertiefen, in denen sie überdurchschnittliche Begabungen und/oder überdurchschnittliches Interesse haben. So kann ein Kind jeweils seinem Niveau entsprechend begleitet werden und spezielle Begabungen auch entfalten. Ein umfangreiches Experimentier- und Lernangebot um Neues zu entdecken soll ermöglichen, dass der eigenen Entdeckungsfreude selbsttätig nachgegangen werden kann.

Mein Sohn interessierte sich beim Schnuppern in der Schule beispielsweise extrem für das Musikzimmer, die Werkstatt, die verschiedenen Fahrräder und natürlich für die anderen Kinder.

C02D0B5D-349E-4B3E-99EE-0142DD1F3BFD

Altersgemischte Gruppe

Spannend finde ich die Tatsache, dass durch die altersgemischte Gruppe, die Kinder auch Freundschaften mit älteren oder jüngeren Kindern schliessen. Die Jüngeren profitieren vom Wissen der Älteren, aber auch andersherum ist so eine Beziehung bereichernd. Man kann Rücksichtsnahme üben oder sich wertvoll fühlen, weil man jemandem etwas zeigen, oder ihm helfen konnte.

70F27646-D87D-4959-8F79-C6E1509E0698Weniger destruktive Vergleiche

Destruktive Vergleiche zwischen den Kindern führen oftmals zu einer negativen Selbstbewertung. „Ich kann nicht so gut rechnen wie die anderen Kinder in meiner Klasse, also ist Rechnen wohl nicht so mein Ding“. So verliert das Kind die Freude an dem Fach und es wird immer schwerer, diese wieder zu erwecken und Erfolge zu erleben. In einer altersgemischten Gruppe ist es selbstverständlich, dass Alle irgendwo anders in ihrer Entwicklung und in ihrem Lernen stehen. So kann das Kind sich dann erst beispielsweise mit der Mathematik auseinandersetzen, wenn es innerlich dazu bereit ist. Dies ist dann vielleicht zwei Jahre später, als es in der Staatsschule hätte gelernt werden müssen. Dann kann es aber mit Freude und Interesse geschehen und die Lerninhalte können oft in viel kürzerer Zeit verinnerlicht werden.

4C4E4843-23D3-44A2-9B76-14161AB5170BKochen

Die Kinder können auf lustvolle und kreative Art in die Welt des Kochens eintauchen und werden dabei begleitet von erfahrenen Erwachsenen. Die Schule ist als Tagesschule konzipiert und an den drei Tagen, an denen auch am Nachmittag Schule ist, wird gemeinsam dort zu Mittag gegessen. Die Kinder haben dabei Ämtlis und putzen beispielsweise den Tisch nach dem Essen. Wer beim Kochen oder Einkaufen mithelfen möchte, darf dies selbstverständlich tun.

FFDBC8F3-CDA7-42B3-8888-D502EE425A8E

Kreativität und Praktisches Tun

Wer in einem Gebiet Überdurchschnittliches leistet, setzt drei Arten von Intelligenz ein: Die analytische Intelligenz {schulische Intelligenz) dient dazu, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und zu speichern. Die kreative Intelligenz hilft, bestehende Dinge in neuer Form zusammenzuführen und etwas Neues zu entwickeln. Mit der praktischen Intelligenz werden Ideen in die Praxis umgesetzt: es muss herausgefunden werden, was wie möglich ist, welche Ressourcen vorhanden sind und wie sie in Anspruch genommen werden können. Aus diesem Wissen heraus wird auch der kreativen und praktischen Intelligenz der Kinder bewusst viel Raum gegeben: durch den kreativen Umgang mit Materialien, durch die Möglichkeit zu eigenen Experimenten, durch Theaterimprovisation, Musik und Bewegung oder in der Vertiefung ins eigene Spiel.

70F27646-D87D-4959-8F79-C6E1509E0698Eine Schule ohne Regeln?

Nein! Natürlich gibt es soziale Regeln die es in Gruppen braucht. Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. Wenn ein Lehrer oder Betreuer „Nein“ sagt, dann gilt dies selbstverständlich. Es gibt Regeln, dass man sorgfältig mit den Materialien umgeht, dass man sein Wort hält und dass man in der ehemaligen Heubühne nicht auf die hohen Dachbalken klettern darf, weil es zu gefährlich ist. Wer sich nicht daran hält, darf drei Tage lang nicht mehr in den Dachstock gehen.

So gibt es diverse Regeln die den Ablauf, die Sicherheit und das Zusammenleben regeln. Jedoch ist nichts in Stein gemeisselt. An der Schulversammlung werden Regeln besprochen, neu geschaffen oder geändert.4C4E4843-23D3-44A2-9B76-14161AB5170B

Schulversammlung

Es findet einmal wöchentlich eine Schulversammlung statt, in der Wünsche, Anliegen, Ideen besprochen, ausgetauscht und wo nötig Beschlüsse gefasst werden. Dabei kann es um die Gestaltung des gemeinsamen Raumes, Ideen für Projekte und Ausflüge aber auch Regeln für das tägliche Zusammenleben gehen. Jeweils ein Kind ist für die Leitung und für das Protokoll dieser Schulversammlung zuständig. Die Kinder üben sich im Mitteilen und Verhandeln und erfahren dabei, dass sie auf ihre Umwelt Einfluss nehmen können.

FFDBC8F3-CDA7-42B3-8888-D502EE425A8E

Bericht verfassen

Täglich wird in einem kurzen Bericht aufgeschrieben, was das Kind heute gemacht hat. Die Kinder schreiben dies selber oder mit Hilfe auf. Die Älteren helfen den Jüngeren. Selbstreflexion wird geübt sowie das sich schriftlich Ausdrücken können.

70F27646-D87D-4959-8F79-C6E1509E0698Vernetzung mit der Arbeitswelt

Sobald das Interesse dafür erwacht, meistens ist das frühestens am Ende der Mittelstufenzeit bis spätestens im Verlaufe der Oberstufenzeit, helfen sie den Jugendlichen ihren Interessen entsprechend Praktikums- oder Schnupperplätze in der Welt ausserhalb der Schule zu suchen: in Familien, in Betrieben, usw. Auf diese Weise erleben sich die Jugendlichen in einem neuen Setting, eingebettet in einem Team oder in einer Familie, bekommen Rückmeldungen für ihre Arbeit, ihr Mitdenken und Mitarbeiten. Dies ist einer der äusserst wertvollen Teile der Oberstufenarbeit.

 

EAE19B2B-1CA1-45BE-8CD4-DD71E1D4EA51

Kleiner Einschub meinerseits:

Mir wurde unter Anderem gesagt, meine Artikel seien viel zu lang. Die Menschen hätten heutzutage keine Zeit mehr, so viel zu lesen. Nun gut, falls dies auf dich zutrifft, überspring besser den folgenden Abschnitt, denn unter Umständen brauchst du dafür etwas mehr Zeit – vor allem dann, wenn du es genau verstehen willst. (Er hat nämlich diverse Links, welche es sich lohnt, anzuklicken.) Jedenfalls: Es geht um vier übergeordnete Erfahrungsbereiche, welche in unserer Schule ermöglicht werden. Wenn du es also nicht ganz so genau wissen willst, empfehle ich dir stattdessen doch lieber noch den Schluss zu lesen, der ist nämlich – wie ich finde – sehr lesenswert! 🙂

4C4E4843-23D3-44A2-9B76-14161AB5170BVier Erfahrungsbereiche

Laut schulen-der-zukunft.org sind folgende vier Erfahrungsbereiche für Schülerinnen und Schüler hilfreich, damit Potenzialentfaltung an Bildungseinrichtungen möglich wird:

• Eine hohe Beziehungskompetenz der Lehrpersonen, sodass die Würde und Integrität aller beteiligten Menschen  geachtet und geschützt wird.

• Eine Kultur, welche stärkenorientiert ist, wo Lernen mit Freude und Begeisterung stattfinden kann, und die Erkenntnisse der Hirnforschung berücksichtigt werden, so dass Kinder und Jugendliche an Aufgaben wachsen können, welche die Neugierde und die Lust am Lernen erhalten. Die Bildungseinrichtungen berücksichtigen die natürliche individuelle Spanne der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, so dass die Heterogenität bei der Gestaltung der Lernstrukturen berücksichtigt wird.

• Die Befriedigung primärer Lebensbedürfnisse und Gelegenheiten, sich als Teil der Natur und einer Gemeinschaft wahr zu nehmen. Wenn Kinder und Jugendliche sich aufgehoben fühlen und sich für eine Gemeinschaft als wertvoll erleben, entstehen weniger kompensatorische Sekundärbedürfnisse.

• Das Raumbieten für eigene Interessen und Begabungen von Kindern und Jugendlichen und das Fördern von Eigenaktivität und Selbstwirksamkeit, sodass sie statt zu Befehlsempfängern, zu Gestaltern ihres Lernens und Lebens werden.

E1089575-3CDC-4075-9FF3-B77F16758AB4

Was tun denn die Kinder den ganzen Tag in der Schule, wenn sie nicht „lernen“ müssen?

Sie spielen „Familie“ und marschieren zu fünft mit Papa, Mama und Kindern in den Garten, bestückt mit Sonnenschirm, Picknick, Kinderwagen und Kindertrage für die Puppe. Sie erstellen eine Schülerzeitschrift mit Berichten, Sudokus, einem Interview mit einem Tattowierer und Fotos von allen Schülern und Lehrern. 

Sie klettern, rennen, bauen Kissenburgen. Sie üben mit einer Lehrperson, wie man Bewerbungen schreibt. Sie reissen gemeinsam mit Erwachsenen einen alten Schopf ab, weil dort etwas Neues auf dem Areal gebaut werden soll. Sie spielen gemeinsam Gesellschaftsspiele und lernen dabei ganz nebenbei Zahlen kennen, Spielregeln einhalten, gewinnen und verlieren.

Sie spielen Fussball. Sie gehen ins Musikzimmer und spielen auf verschiedenen Instrumenten. Sie üben einen Tanz ein und führen diesen vor Publikum vor. Sie renovieren gemeinsam einen Zirkuswagen. Sie schmieden Schwerter. Sie machen Ausflüge und gehen gemeinsam ins Lager. Sie sprechen englisch oder französisch mit der Lehrerin.

Sie feiern Geburtstage mit einem speziellen Geburtstagsritual. Sie diskutieren mit den Betreuungspersonen über Aktuelles aus der Zeitung. Sie machen ein Praktikum in einem Betrieb der sie interessiert. Sie spielen „Schule“ in der Schule und geben einander spielerisch Hausaufgaben und Noten. Sie halten Vorträge über Themen die sie interessieren. Sie organisieren einen Vortrag von einem Profi zu einem Thema einer aktuellen Volksabstimmung.

Sie programmieren am Computer selber ein Spiel. Sie erfinden eine Maschine, welche die Schultüre selbständig schliesst. Sie bauen eine Verkehrsampel die automatisch von Rot- auf Grünlicht wechselt. Sie gehen in die Stadt um ein Buch mit der Lehrerin zu kaufen zu einem Thema dass das Kind interessierte, es aber in der Schule noch kein Buch dazu hatte. Sie üben Weihnachtslieder.

Sie basteln, malen, zeichnen, gestalten. Sie machen Schneeballschlachten, bauen Iglus oder Schneemänner oder gehen gemeinsam schlitteln. Sie verbringen einen ganzen Tag pro Woche im Wald und kochen dort Mittagessen auf dem Feuer. Sie streiten und machen Frieden, suchen Lösungen. Sie spielen Coiffeursalon. Sie spinnen Garn auf einem alten Spinnrad. Sie rechnen, schreiben und lesen. 

Ich könnte diese Liste noch viel viel länger machen. Das Eindrückliche daran finde ich, dass die Kinder dies alles tun, weil sie selber es wollen. Niemand zwingt sie dazu einen Vortrag zu halten, dennoch tun sie es. Freiwillig. Ich kenne den Schulalltag von der Schnupperwoche, die mein Sohn absolviert hat und von Erzählungen von Eltern. Ich bin extrem gespannt auf die Erzählungen meiner Kinder, was sie in der Schule gemacht haben.

CF7A1F7F-19E0-4BF4-BDFB-C4049E2BA644Warum gehen unsere Kinder in diese Schule?

Mein Mann und ich sind sehr glücklich darüber, dass wir unseren Kindern den Besuch einer solchen Schule ermöglichen können, weil wir überzeugt sind, dass es wichtig ist. Wir erhoffen uns davon, dass unsere Kinder gerne in die Schule gehen, ihre Neugier und ihre Freude am Lernen erhalten bleibt und dass sie eine glückliche Schulzeit verbringen. Wichtig erscheint uns zudem, dass sie zu selbstbewussten, sozialen, eigenständigen und glücklichen Erwachsenen heranwachsen, die ihren eigenen Weg zielstrebig gehen werden und an sich selber glauben.

Uns ist bewusst, das dies nicht alleine von der Schulform abhängig ist, sonder viele verschiedenen Faktoren dazu beitragen werden. Trotzdem sind wir überzeugt, dass die Schulwahl eine entscheidende Komponente sein kann.

Nun freuen wir uns darauf, unsere Kinder auf ihrem Weg des selbstbestimmten Lernens zu begleiten. Dieses findet natürlich nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause statt. Es wird ein spannender Weg mit Höhen und Tiefen.

Wir sind gespannt, wie der Schulalltag dann wirklich verläuft. Wenn auch du dich dafür interessierst, dann folge meinem Blog. Ab August 2018 kommt unser ältester Sohn in die Schule.

Hast du Fragen die mit diesem Artikel nicht geklärt wurden? Schreib sie mir doch! Vielen Dank!

7B92BAB5-582B-4AFE-B630-93586F9F7DC7

Published by

2 Antworten auf „„Unsere“ freie Schule im Portrait.

  1. Vielen Dank für diesen interessanten „Bericht“. Ich bin schon gespannt auf die Updates 🙂
    Bei uns hat das Thema Schule noch ein bisschen Zeit und wir streben (zumindest aktuell ;)) eine übliche Schule an. Dennoch lese ich gern über andere Formen – aus Interesse und als mögliche Option, falls sich herausstellt, dass Plan A doch nicht zu uns passt.

    Ich habe Deinen Blog erst heute entdeckt und ein bisschen gestöbert. Auch mir ist die Länge und Ausführlichkeit Deiner Texte aufgefallen – positiv! Mir fehlt das insgesamt sehr und ich bin für jeden nicht oberflächlichen Beitrag dankbar. Ich hoffe noch viel von Dir zu lesen 🙂

    Liebe Grüße aus Berlin

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Prinz von Moabit. Herzlichen Dank für dein Feedback zu meinen Artikeln! Es freut mich wahnsinnig, dass du dir die Zeit genommen hast, mir eine positive Rückmeldung zu geben! Schön, dass ich dir einen Einblick in andere Schulformen ermöglichen kann. In Berlin gibt es, soviel ich weiss, einige freie Alternativschulen und es lohnt sich bestimmt, sich genug früh mit dem Thema auseinander zu setzen. Herzliche Grüsse, Svea

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s