Unser „Kein Schulsack“- Drama.

Eine kurze Geschichte darüber, wieso mein Sohn keinen Schulsack bekommt.

Mein Sohn bekommt keinen Schulsack und das OBWOHL er jetzt in die Schule kommt.

Der Grund dafür ist simpel: Er braucht keinen.

In seiner Schule – einer freien Schule – bekommt er keine Hausaufgaben. Er muss auch keine Schulbücher oder Schreibsachen hin und her schleppen. Er wird seine Schultage damit verbringen, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, die ihn interessieren und sich solange damit befassen, wie er Lust dazu hat. Für die meisten Schulkinder ist dies eine leider unerfüllte Wunschvorstellung!

Nicht so für meinen Sohn. Er wünscht sich einen Schulsack. Genau den Gleichen, wie sein Kindergartenfreund bekommen hat. Einen teuren Schulsack mit Klettbildern dran die man auswechseln kann. Kostenpunkt: knapp 300 Schweizer Franken.

Da nützt alles Erklären nur bedingt etwas. Wenn mein Sohn etwas will, dann will er es einfach. (Vielleicht kommt er hier etwas nach mir… ) Jedenfalls war dies ein ständiges Thema bei uns zu Hause. Es wurde noch verstärkt, als im Kindergarten der „Schulsack-zeige-Tag“ angekündigt wurde.  Alle künftigen Schulkinder durften ihren Schulsack mitbringen und einander zeigen.

Es schmerzt mein Mamaherz, dass mein Sohn hier ausgeschlossen ist. Er erklärte im Kindergarten zwar sehr realistisch, dass er keinen Schulsack brauche, weil er in seiner Schule keine Hausaufgaben bekommen werde.

Trotzdem: Er wünscht sich einen Schulsack.

Was also tun?

Ich rief in seiner künftigen Schule an und fragte (nur zur Sicherheit) nochmals nach: „Braucht er wirklich keinen Schulsack?“ Insgeheim erhoffte ich mir eine Antwort im Stil von: „Doch doch, kauf ruhig einen Schulsack, es gibt einige Kinder die mit einem Schulsack in die Schule kommen.“ Aber nein, natürlich war das nicht der Fall.

Es braucht keinen Schulsack, daran lässt sich nichts ändern. Die Schule platze sowieso schon aus allen Nähten und es würde nur unnötig Platz wegnehmen, wenn alle Kinder noch so ein „sperriges Ding“ mitbringen. Er brauche aber einen Waldrucksack, da die Schule einen Schultag pro Woche im Wald verbringt.

Einen Waldrucksack haben wir schon. Wir haben sogar zwei! Jedes Kind hat seinen Eigenen, abgesehen vom Baby. Da können wir also auch nichts Neues, Besonderes, speziell Schulmässiges kaufen. Wie schade!

Ich bin der Meinung, dass es unnötig ist, etwas zu kaufen das man bereits hat oder das man nicht braucht. Es kam also nicht in Frage, einen weiteren Waldrucksack zu kaufen, geschweige denn einen teuren Schulsack, den er nicht brauchen wird.

Der Kompromiss

Irgendwann fanden wir dann heraus, dass das wirklich „Coole“ an diesem Schulsack die Klettsticker sind! Insbesondere die Fussballsticker müssten es sein.

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„Kletties“ mit Fussballmotiv und vier selbstklebende Klett-Stücke.

Ich nähte also vier Klettstücke an den bereits vorhandenen Rucksack und wir kauften diese „Kletties“ mit dem Fussballmotiv.

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Der Wald-Schulsack Marke Eigenbau
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Fussball-Klettbild

 

Es bleibt ein Kompromiss. Mein Sohn findet seinen Waldschulsack zwar „gut“ aber halt doch nicht ganz so toll, wie es ein richtiger Schulsack wohl wäre. Dafür wird er keine Hausaufgaben machen müssen und frei lernen können.

Für diese Tatsache nehme ich es in Kauf, dass er nun enttäuscht ist, keinen Schulsack zu haben.

 

 

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